G-TEP Prävention gegen sekundärer Traumatisierung
Menschen in Helferberufen arbeiten häufig mit traumatisierten Menschen und sind daher einer höheren Gefahr einer sekundären Traumatisierung ausgesetzt. "Unter sekundäre Traumatisierung versteht man die "Ansteckung" mit typischen posttraumatischen Symptomen im Verlauf der Arbeit mit traumatisierten Menschen. Es handelt sich dabei um eine übertragene Traumatisierung, die zustande kommt, obwohl der Helfer nicht selbst mit dem traumatischen Ereignis konfrontiert worden ist." (Judith Daniels)
Bei G-TEP und EMDR handelt es sich um eine traumatherapeutische Methode, die von Elan Shapiro entwickelt wurde. Bekannter ist EMDR (Eye-Movement-Desensitization and Reprocessing) was sich als Methode im Einzelsetting bei Menschen mit PTBS und anderen Traumafolgestörungen als sehr erfolgreich gezeigt hat und deshalb seit 2006 als wissenschaftlich belegte Therapiemethode anerkannt ist. Das aus der EMDR entwickelte Gruppenmanual G-TEP wird in 3-4 Sitzungen mit jeweils drei Stunden durchgeführt und beinhaltet Elemente zur Stabilisierung, Ressourcenaktivierung und Traumabearbeitung, um so Symptome der Belastungsreaktion zu reduzieren und kontrollierbarer zu machen. Hierzu gehören beispielsweise Körperreaktionen, Flashbacks, Intrusionen, erhöhte Reizbarkeit, Schlafstörungen, Unfähigkeit zur Entspannung, situationsunangemessene oder impulsive Verhaltensweisen. Eines der Hauptelemente beinhaltet bilaterale Augenbewegungen. Es ist bekannt, dass in akuten Belastungssituationen die Zusammenarbeit der verschiedenen Gedächtnisformen anders funktioniert, und entsprechende Erlebnisse unzureichend verarbeitet werden können. Sowohl bei EMDR als auch bei G-TEP werden die Augenbewegungen genutzt, um ein Erlebnis neu zu verarbeiten und so zu einer Beruhigung beizutragen. Zusätzlich wird in unseren Sitzungen immer wieder ein praktischer Bezug zwischen Symptomatik und psychoedukativen Elementen hergestellt, um ein besseres Selbstverständniss zu entwickeln, sowie Skilltraining angeleitet zur Selbsthilfe bei Hochanspannungszuständen. G-TEP wurde speziell für geflüchtete Menschen entwickelt und ist für sequentielle und länger andauernde Traumatisierungen ausgelegt. In der praktischen Erfahrung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie wenden wir die Methode überwiegend bei psychisch kranken oder belasteten Eltern an, die ihrerseits lange Zeit traumatischem Stress in der eigenen Entwicklung ausgesetzt waren (z.B. Bindungstrauma) und konnten hiermit gute Erfolge erzielen. Wir gehen davon aus, dass diese Methode auch im Zusammenhang sekundärer Traumatisierung gut einsetzbar ist.
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„Tauma verstehen-Trauma behandeln“
Trauma verstehen: Was ist ein Trauma? Unterscheidung Mono-Komplextraumatisierung; Welche neurobiologischen Prozesse werden ausgelöst? Methoden der diagnostischen Erhebung (z.B. Lebenslinie); Symptome und deren Funktionen (traumakompensatorisches Schema); Traumafolgestörungen; Erklärungsmodelle; Übungen zur Psychoedukation.
Schwerpunkt: Entwicklungstrauma/Bindungstrauma im Zusammenhang unterschiedlicher Bindungsstile und Entwicklungsstufen.
Trauma behandeln:
Die Traumatherapiephasen (Stabilisierung, Traumaverarbeitung und –integration) werden umfassend dargestellt.
Verschiedene therapeutische Methoden ( Tf-KBT; EMDR; PIT) werden vorgestellt.
Ausgewählte Therapietechniken (Distanzierung; Ressourcenarbeit und Imagination) werden in Kleingruppen erprobt und eingeübt.
Den Seminarteilnehmern wird damit therapeutisches Werkzeug für die praktische Arbeit an die Hand gegeben.
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